Heimsieg zum Auftakt der Virtus Open

Virtus Open Alpine Ski

Heimsieg zum Auftakt der Virtus Open - Heimsieg zum Auftakt der Virtus Open -

Beim Super-G auf dem Kitzbüheler Horn gingen die Siege an Frankreich, die USA und Österreich – mit einem umjubelten Heimsieg von Lukas Moser aus Aschau in Kirchberg.

Renntag 1 bei den Virtus Open Alpine Ski in Kitzbühel und frühmorgens zeigte sich das Wetter auf dem Horn nicht von seiner schönsten Seite:  Regen im Tal, dichter Nebel am Berg. Der Start des Super-G wurde daher wohlweislich etwas nach unten verlegt. Und siehe da: Je näher die Startzeit um 10.50 Uhr rückte, desto idealer wurden die Bedingungen, vor allem die Sicht. Zudem hatten alle 45 Teilnehmer bis dahin bereits einen Trainingslauf absolviert und waren mit dem von Martin Nessler gesetzten Kurs bestens vertraut.

32 Tore lang war der Super-G, und alle Beteiligten mussten ihr bestes Skifahren zeigen, denn die Strecke ist alles andere als einfach. Es gibt kein klassisches Gleitstück zum Verschnaufen, dafür ständiges Gefälle, garniert mit vielen Übergängen, die höchste Konzentration verlangen. Nicht umsonst schufen der Kitzbüheler Ski Club gemeinsam mit der Bergbahn Kitzbühel 2025 eine neue Trainingsstrecke, die in den vergangenen Wochen bereits eifrig von Weltcup- und Europacupathleten getestet wurde. Nach bestandener Feuertaufe weihen die Virtus Open Alpine Ski die „schnelle Brunelle“ nun auch offiziell mit internationalen Rennen ein.

Für die Tagesbestzeit sorgte Axel Bringdal mit 54,26 Sekunden. Er setzte sich in der Klasse II3 (Menschen mit Autismus) klar vor seinem Teamkollegen Ange Cazorla und dem Polen Lukasz Fraczek durch. Einen umjubelten Sieg vor seinem Fanclub feierte Lukas Moser aus Aschau in der Kitzbüheler Nachbargemeinde Kirchberg. Er fuhr in der Klasse II2 (Trisomie 21) einen Vorsprung von 92 Hundertstel auf den Italiener Christoph Thaler sowie 1,62 Sekunden auf seinen Mannschaftskollegen Markus Grameiser heraus und freute sich im Ziel riesig: „Ich bin voll überrascht – mein erster Heimsieg“, sagte Lukas Moser in einer ersten Reaktion.

Das Mitglied des Kitzbüheler Ski Clubs staunte nicht schlecht, als er gleich im Anschluss vor ein ORF-Mikrofon gebeten wurde. Das Landesstudio Tirol war für die Virtus Open eigens aus Innsbruck angereist. Für Lukas Moser war der Super-G jedoch erst der Anfang: „Im Riesentorlauf kann ich auch gewinnen“, zeigte sich der 2008 geborene Aschauer zuversichtlich. Das Rennen folgt am Freitag, der Slalom am Samstag.

Bei den Herren mit mentaler Beeinträchtigung (Klasse II1) gewann der Franzose Matteo Delval vor Christian Öllinger aus Österreich und Thomas Girard aus Frankreich.

Ihren „Matchplan“ voll umgesetzt hat Stephanie Schlömmer aus Obertraun in Oberösterreich. „Ich will Gas geben und so schnell wie möglich unten sein“, sagte sie vor dem Rennen – und ließ ihren Worten Taten folgen. In der Klasse II2 führte sie vor Anna-Sophie Friedl und Elena Grabner einen Dreifachsieg der Österreicherinnen an.

Einen Ex-aequo-Sieg gab es bei den Frauen der Klasse II1: Die Österreicherin Jasmin Heim teilte sich den Super-G-Triumph mit Amilia Selznick aus den USA. Beide kamen mit 1:03,28 Minuten ins Ziel. In der Klasse II3 gewann Amilia Selznicks Teamkollegin Haleigh Bates aus Colorado vor Aliye Bingül aus der Türkei.

Der Riesentorlauf am Freitag und der Slalom am Samstag beginnen jeweils um 9.45 Uhr, neuerlich auf der Rennstrecke Brunelle am Kitzbüheler Horn. Dann greift auch Thomas Moser ins Geschehen ein, der Bruder von Lukas. Für den Super-G war er noch zu jung (Jahrgang 2011), fungierte jedoch – neben KSC-Vizepräsident Alexander Katholnig – als Vorläufer. Fans sind auch am Freitag und Samstag herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

Das Gesamtergebnis des Super-G und die Startlisten für RTL und SL gibt es hier.

Bildcredit: KSC/alpinguin