Axel Bringdals Ziel ist der Ganslernhang
Virtus Open Alpine Ski
Bei Kaiserwetter gingen die Virtus Open Alpine Ski auf dem Kitzbüheler Horn zu Ende. Großer Sieger war Axel Bringdal, der alle drei Rennen mit Respektabstand für sich entscheiden konnte. Das Ziel des 16-jährigen Franzosen mit Autismus lautet: Ski-Weltcup.
Das Beste kommt zum Schluss – zumindest beim Blick gen Himmel während des finalen Rennens der Virtus Open Alpine Ski auf dem Kitzbüheler Horn: Die Sonne strahlte mit fast allen Gesichtern auf und neben der Strecke um die Wette. Aber selbst die 15 Ausfälle in den zwei Slalom-Durchgängen auf der Brunelle, steckten ihr vorzeitiges Aus bald weg. So auch Lokalmatador Lukas Moser, dem im zweiten Lauf Tor 23 zum Verhängnis wurde. Für ein versöhnliches Ende sorgte sein jüngerer Bruder Thomas Moser (Jahrgang 2011), der auf Platz fünf landete und den Fanclub zum Jubeln brachte.
„Es war nervenaufreibend, aber gewaltig“, sagte Sylvia Moser, die Mutter der beiden Burschen, im Anschluss. Angespannter als sonst war sie, weil es die ersten Heimrennen für Thomas und Lukas waren: „Es ist halt daheim und zum ersten Mal sind noch mehr Familienmitglieder und Freunde dabei – da möchten die beiden natürlich etwas zeigen. Sonst sind wir bei den Rennen allein.“ Dem Kitzbüheler Ski Club möchten Sylvia und Vater Georg Moser auch auf diesem Wege ihren Dank aussprechen: „Uns fehlen fast die Worte. Ein riesengroßes Danke an den KSC für diesen herzlichen und professionellen Einsatz über so viele Tage.“
Großes Pech hatte die 16-jährige Australierin Georgia Yuen, die in der Klasse II3 im ersten Durchgang bei den Frauen auf dem Weg zu einer klaren Tagesbestzeit am vorletzten Tor ausschied: „Ich war zu schnell und zu gerade“, sagte sie, nachdem der erste Ärger verraucht war. Ihr Sieg im Riesentorlauf am Freitag ist für sie aber mehr als ein Trost. Am Montag geht es für Georgia Yuen zurück nach Sydney. Was wünscht sie sich für die Zukunft der Virtus-Events? „Hoffentlich sind Sportlerinnen und Sportler mit einer geistigen Beeinträchtigung bald wieder bei den Paralympics zugelassen. Wir sind genauso gut wie andere Athleten auf FIS-Level“, findet Georgia Yuen, die selbst in der Klasse der Menschen mit Autismus antritt.
Auch der Dominator der Virtus Open in Kitzbühel trat in der Klasse der Menschen mit Autismus an: der 16-jährige Axel Bringdal aus Frankreich. Er sorgte in jedem der drei Rennen seit Donnerstag für die Tagesbestzeit – stets mit Respektabstand. Einzig im Super-G lag er „nur“ 6,78 Sekunden vor dem Zweitschnellsten. Im vergangenen Dezember gab er sein Debüt bei FIS-Rennen (Slalom und Riesentorlauf), kam aber bei fünf Antritten bislang noch nicht ins Ziel: „Mein Einstand bei den FIS-Rennen war nicht gut. Sobald ich mehr riskiert habe, bin ich ausgeschieden. Aber ich kämpfe weiter.“ Und Axel Bringdal hat ein klares Ziel: „Ich möchte nach Kitzbühel zurückkehren, aber auf dem Hang gegenüber“, sprachs und deutete auf den Ganslernhang.
Neben Axel Bringdal freuten sich am Samstag über Siege im Slalom Amilia Seznick aus Sun Valley in den USA, Eugenia Zucchiatti aus Italien, Markus Grameiser aus Seefeld in Tirol sowie Thomas Girard aus Frankreich. Einen heimischen Dreifachsieg feierte ein rot-weiß-rotes Trio in der Klasse II2: Anna-Sophie Friedl gewann vor Stephanie Schlömmer und Elena Grabner.
Bildcredit: KSC/alpinguin




